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Historischer Schritt beim SV Lok Leipzig-Mitte: Neue Bobmannschaft sorgt für frischen Wind

Beim SV Lok Leipzig-Mitte weht derzeit ein eisiger Wind - und das mitten im Frühling. Was zunächst wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als mutiger Schritt in eine neue sportliche Zukunft. Der traditionsreiche Verein hat offiziell die Gründung einer eigenen Bobmannschaft bekanntgegeben. Nach den Erfolgen bei den Olympischen Spielen 2026 war der Zustrom an Sportlern in die Vereine im, wenn auch leicht angestaubten, mondänen Wintersportort Leipzig nicht mehr aufzuhalten.

Im Rahmen der intensiven Saisonvorbereitung im April habe man, so Vereinskreise, "neue Wege denken" wollen. Trainer, Spieler und Funktionsteam seien sich einig gewesen, dass klassische Trainingsmethoden nicht mehr ausreichen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Lösung: ein gezielter Ausflug in den Wintersport.

"Handball ist schnell, kraftvoll und verlangt Teamwork - genau wie Bobfahren", erklärt der neue Abteilungsleiter Thomas Krüger mit ernstem Blick. Der gebürtige Altenberger und ehemalige Weltklasse-Bobpilot wurde zuletzt immer öfter bei den Heimspielen der Handballer gesehen. Im Austausch mit dem dortigen Abteilungsleiter Marcus Bartlog sprach er mögliche Synergien an. Erste Trainingseinheiten fanden bereits auf improvisierten Strecken an. So wurde beispielsweise der leicht abschüssige Parkplatz hinter der Sporthalle kurzerhand zur Testbahn umfunktioniert. Als Schlitten dienten anfangs umgebaute Getränkekisten - laut Spielern überraschend stabil.


Besonders begeistert zeigt sich Rückraumspieler Fabian Hintze aus der Zweiten Männermannschaft, der bereits als Anschieber erste Erfahrungen sammeln konnte: "Die Explosivität, die wir beim Start brauchen, hilft mir definitiv auch im Angriff. Außerdem macht es einfach Spaß, mit Vollgas Richtung Ziel zu rasen - egal ob mit Bob oder Ball."

Auch organisatorisch hat der Verein schnell reagiert. Neue Trainingspläne wurden erstellt, ein "Eisbeauftragter" benannt. Michel Both führt dieses Amt zunächst in Doppelfunktion nebst Getränkeverantwortlichen bei den Schönefelder Jungs aus. Erste Gespräche über mögliche Wettkämpfe geführt. Gerüchten zufolge soll sogar eine Teilnahme an regionalen Meisterschaften im kommenden Winter geprüft werden, so Krüger.

Ob sich der SV Lok Leipzig-Mitte langfristig etablieren kann, wird sich zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt: Mit dieser Initiative hat der Verein einmal mehr bewiesen, dass er für Überraschungen gut ist und dass man im April durchaus kühlen Kopf bewahren kann.

Und wer weiß: Vielleicht hört man ja schon bald nicht nur in der Halle, sondern auch auf der Eisbahn den Schlachtruf: "Lok Leipzig-Mitte - volle Fahrt voraus!"